Absturz beim Windenschlepp: Mühlenflieger ziehen Konsequenzen
Februar 16th, 2008 — Heiko LinkAls der Gleitschirmflieger Joachim Mehnert am 14. Oktober bei einem Start an der Winde im ostwestfälischen Schnathorst aus ca. 30 Metern Höhe abstürzte, standen 400 Flüge im Flugbuch des erfahrenen Piloten. Wie so oft in der Fliegerei, führte eine Verkettung mehrerer Fehler zum Absturz. In einer Sondersitzung beschloss der Vorstand neue Regeln und erhöhte die Sicherheit des beliebten Flugsports.
Eilig, gestresst und ohne Sicherheitscheck legte der Pilot den Schirm am Startplatz auf der Südstrecke der Mühlenflieger aus. Direkt nach dem Abheben zeigten sich die Folgen seines Handelns: “Auf der rechten Seite hatte ich einen V-Förmigen Knick in der Kappe. Ich driftete in diese Richtung ab”, erinnert sich Joachim Mehnert.
Was für den Piloten beim Blick nach oben bedrohlich wirkte, mutete vom Startplatz aus gesehen harmlos an. Der Start wurde nicht abgebrochen. “Die Kameraden am Boden gingen davon aus, dass sich der Verhänger von selbst löst”, erklärt Mehnert. Weil er in einem frisch umgepflügten Acker aufschlug, kam der Gleitschirmflieger mit zwei geprellten Rippen glimpflich davon.
In einer Sondersitzung einigte sich der Vorstand des Vereins “Mühlenflieger e. V.” aus Schnathorst auf strengere Regeln. So genannte “kleine Fehler” gibt es nicht mehr. “Bei der winzigsten Störung wird abgebrochen”, betont Mehnert. Auch der Startleiter soll es dadurch etwas leichter haben. Er soll nicht mehr überlegen und versuchen die Lage einzuschätzen, sondern bricht den Flug im Zweifel sofort ab.
Am 9. Februar startete der 1. Vorsitzende Joachim Mehnert das erste Mal nach seinem Unfall an der Südstrecke. Er war zwar etwas nervös, fühlte sich aber sicher: “Bei optimalem Flugwetter, eröffnete ich die neue Saison mit einem schönen und sicherem Flug.”
Ein Gleitschirmflieger startet auf der Südstrecke der Mühlenflieger im ostwestfälischen Schnathorst.
FOTO: MÜHLENFLIEGER











