Erste Testflüge mit Hubschrauber-Landehilfe für Afghanistan-Einsatz durchgeführt

Um ein Problem zu lösen, das vor allem bei Auslandseinsätzen auftritt, entwickelte die ESG Elektroniksystem – und Logistik GmbH eine sensorgestützte Landehilfe für Hubschrauber. “Wenn Helikopter auf unbefestigtem Gelände aufsetzen müssen, wirbelt der Rotor meist so viel Staub oder Schnee auf, dass die letzten Meter quasi im Blindflug stattfinden”, erklärt der Leiter der Unternehmenskommunikation, Jörg Riedle. Im April machte die ESG erste Testflüge mit einer Bell UH-1D, dem so genannten Missonsausrüstungsträger MAT.

Dieser Experimentalhubschrauber wurde am Stand der Wehrtechnischen Dienststelle 61 der Bundeswehr auf der “Aerospace Testing Expo” in München ausgestellt. Mit diesem fliegenden Versuchsträger können Hubschrauberkomponenten bereits in der Entwicklungsphase unter rationellen Bedingungen getestet werden. Kern des MATs sind zwei völlig getrennte Elektroniksysteme: Ein “Versuchssystem” und ein “Sicherheitssystem”. Durch die parallel betriebenen Systeme können Komponenten getestet werden, die noch nicht für den Betrieb in Luftfahrzeugen zugelassen sind. Die ESG untersuchte eine Vielzahl von Hubschraubern unter den Kriterien Verfügbarkeit, Betriebskosten, Zuladung und Platzangebot und entschied sich für die Bell UH-1D. “Piloten schätze seine Zuverlässigkeit. Außerdem erlaubt die UH-1D eine große Zuladung bei vergleichsweise geringem Eigengewicht und lässt sich gut und einfach warten”, berichtet Riedle.
MAT Aufbau

Aufrisszeichnung des MAT-Hubschraubers.

GRAFIK: ESG

Die Bundeswehr forderte die Landehilfe für die in Afghanistan eingesetzten CH 53 an. “Aufgrund der Brisanz dieses Themas, misst der General Flugsicherheit der sensorgestützten Landehilfe eine hohe Bedeutung zu”, betont Riedle.

Bevor die ersten echten Testflüge stattfanden, testete die ESG verschiedene Sensoren und die Darstellung der Daten auf den Displays des Hubschraubers – die so genannte “Mensch-Maschine-Schnittstelle”. Dank der eingebauten Radarsensoren soll die Besatzung auch bei stark eingeschränkter Sicht wesentliche Informationen über den Flugzustand des Hubschraubers erhalten. Bei geeigneten Sichtbedingungen werden ebenfalls TV-, Wärmebild- und Restlichtkameras zur Überwachung des Bereichs im Unteren Rumpf eingesetzt. Auch ein sehr genauer Radar-Entfernungsmesser, der in einer Staubkammer getestet wurde, kommt zum Einsatz.

Ein Teil dieser Ausrüstung befindet sich laut Jörg Riedle an den zwei Geräteträgern am Bug des MAT: “Dort können Sensoren mit einer Gesamtmasse bis 140 Kilogramm befestigt werden.”

MAT Geräteträger 1

Seitenansicht des Geräteträgers

FOTO: HEIKO LINK

MAT Geräteträger 2

Frontansicht des Geräteträgers

FOTO: HEIKO LINK

Halter des MAT, ist die Wehrtechnische Dienststelle für Luftfahrzeuge – Musterprüfwesen für Luftfahrtgerät der Bundeswehr (WTD 61) in Manching. Die Nutzung wird im Auftrag des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) von der ESG koordiniert.

Der MAT wird vom 27. Mai bis 01. Juni auch auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin präsentiert. Am BWB-Zelt (Halle 3, Stand 3101) wird er zentrales Ausstellungsstück sein. Dort wird ebenfalls ein Test-Rig ausgestellt, das zur Vorbereitung von Flugkampagnen im Labor genutzt wird. Diese flugunfähige Kopie des MAT steht normalerweise im ESG-Simulationszentrum in Fürstenfeldbruck.

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